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Worum es hier geht

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"Die Welt ist dabei, in Stücke zu fallen und Leute wie Adams und Weston fotografieren Felsen!" (Henri Cartier-Bresson)

Schöne und geschönte Fotos kann ich auch. Die gibt's woanders zu sehen, aber nicht mehr hier in diesem Blog. Hier schreibe ich in der absoluten "Egoperspektive" über Dinge, die mich interessieren, die mir auffallen, oder die mich beschäftigen. In einem größeren Kontext (über den Tellerrand schauen) handelt es sich vielleicht um Dinge, die auch für andere betrachtenswert sein könnten.

Wer hier nicht das findet, was er von "dieser Autorin" erwartet, kann in eines meiner anderen Paralleluniversen ausweichen: Fototipps gibt es im fotonanny-BlogNur Fotos,  null Text: im Projekte-Blog Alle anderen heiße ich herzlich willkommen.

Randnotizen der Digitalisierung

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In unserem Stadtviertel wurden unlängst alle Telefonanschlüsse digitalisiert. Das neue Internetfernsehen funktioniert prima, und außerdem gibt's den Fire TV Stick, Netflix und Youtube im Wohnzimmer - all diese tollen neuen Sachen. Im Zuge der technischen Erneuerung gibt es eben auch Verlierer: der alte Röhrenfernseher hat  ausgedient. Erstaunlich, wie viele es davon noch gibt. Davon kann man sich derzeit in den Straßen Giesings selbst ein Bild machen.

Gleich und gleich gesellt sich gern. Wenn sowieso schon einer auf dem Grünstreifen steht, dann kann derjenige, der sich beflissen fühlt, den Müll zu entsorgen, die anderen auch gleich mit zum Wertstoffhof nehmen. So funktioniert Outsourcing.  Gab es nicht ganz ganz ganz früher mal so etwas wie einen offiziellen Sperrmülltag im Stadtviertel? Das war eine super Sache, Abenteuer pur. Was man da nicht alles am Straßenrand finden konnte: Möbel, Lampen, Regale... Flohmarkt kostenlos. Oft wechselten ungeliebte Dinge über Nacht den Besitz…

Gleich und gleich gesellt sich gern

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Eigentlich hätte dieses Fotomotiv wieder einen guten Kandidaten für die Reihe "1000 Meisterwerke" abgegeben. Als ich am 1. November zum Fitnessstudio lief, musste ich bei der Ansammlung von inhaltsleeren Coffee-To-Go Bechern natürlich anhalten und ein Foto schießen. Das ganze Stadtviertel sah nach dem Fußballspiel am 31.10. ziemlich erbärmlich aus. Trotz Feiertag mussten die Mitarbeiter der Straßenreinigung eine Sonderschicht einlegen, und dafür bin ich ihnen von Herzen dankbar. Warum?
An diesem Vorher-Nachher-Bild wird ein Aspekt der sogenannten "Broken Window Theorie" sehr gut veranschaulicht. Das Foto links habe ich auf dem Hinweg gemacht. Das Foto danach ist auf dem Heimweg entstanden, also eine gute Stunde später. Gut aufgepasst? Links sind es nur vier Becher, rechts hat eine wundersame Vermehrung stattgefunden.

Niederländische Sozialpsychologen haben 2008 Feldversuche durchgeführt: In einer Gasse hatten die Forscher geparkte Fahrräder mit Werbeflyern versehe…

Lasse Gras darüber wachsen

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In der Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" stellen wir Ihnen heute ein Werk vor, das sich für den Ehrenpreis der Fahrradstadt München bewirbt. Lasse Gras darüber wachsen lautete das Motto, das im Frühjahr und Sommer 2017 eine konsequente Umsetzung erfuhr.
Man könnte meinen, dass die hier gezeigte fotografische Aufnahme der Kampagne einer Umweltpartei entspringt, die auf die perfekte Vereinbarkeit von Natur und Technik aufmerksam machen möchte. Nirgends wird das Konzept einer "grünen Stadt" besser visualisiert als hier, doch weder Green City noch Claudia Roth haben mit diesem Meisterwerk etwas zu tun.

Während der eilige Passant an derlei Objekten hastig vorbeischreitet, und sie lediglich in die Kategorie kurzfristig abgestellte Verkehrsmittel einordnet, bleibt der Kunstinteressierte unvermittelt stehen. Bei genauer Inaugenscheinnahme drängen sich die Begriffe Street Art, Natural Art und Lost Place Fotografie förmlich auf. Ja, verlorene Objekte an …

Ein Kampf gegen Windmühlen (1)

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20 Bewohner, 30 Zeitungen abgelegt. Eine Zeitung wurde mitgenommen - nur der dünne, redaktionelle Teil.

29 x Altpapier redaktioneller Teil
30x Altpapier Werbebeilagen

Nur ein Hauseingang. Kleine Rechenaufgabe: Wieviel Tonnen Papier werden so in einer Stadt wie München jede Woche bewegt?

Ich bin immer noch sicher: das Geschäftskonzept lohnt sich.

Die Macht der Gewohnheit - Update 2

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Drei Wochen sind seit dem letzten Bild vergangen. Das Absperrband wurde wieder hochgezogen und das erste zarte Grün wächst auf dem Trampelpfad. Kompliment an die Baubehörde: Es war ein sehr geschickter Schachzug, diese Neubepflanzung genau in der Zeit zu machen, in der die kleine Brücke und der Tunnel am Auer Mühlbach komplett gesperrt waren. Drei Wochen Sackgasse haben dazu geführt, dass die Wege kaum noch von eiligen Passanten genutzt wurde. Seit gestern ist die Sperrung aufgehoben und ich bin sehr gespannt darauf, wie es weiter geht.

Kein Riese

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Ich glaube sie meinten "no rice" (kein Reis), aber ganz sicher bin ich mir nicht.
Was man in diesem Asia Markt aber IMMER bekommt, ist mindestens eine Plastiktüte, egal wieviel man kauft. Man braucht schon ein gewisses Standvermögen, um die Kassiererin daran zu hindern, den einzelnen Bund Koriander in Plastik zu versenken.
Auf das globale Plastikproblem angesprochen erklärte die - stets missmutige - Dame neulich im Laden: "Sagen Sie das den Politikern."

Tatsächlich ist es so, dass "sehr leichte Plastiktüten (dünner als 15 Mikrometer) – zum Beispiel für Obst und Gemüse" nicht unter die neue Tütenverordnung fallen, und deshalb auch weiterhin kostenlos ausgegeben werden dürfen. 
Ja, da stehen wir Ökos mit unseren mitgebrachten Ökobeuteln, gucken dumm aus der Wäsche und lernen, dass wir keine Chance haben, mit unserem lächerlichen Weltverbesserungsquatsch. Wir sind eben keine Riesen. Die Kenianer sind uns da einen Schritt voraus.

Nachtrag: Wie es um das Plas…