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Es werden Posts vom 2017 angezeigt.

Lasse Gras darüber wachsen

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In der Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" stellen wir Ihnen heute ein Werk vor, das sich für den Ehrenpreis der Fahrradstadt München bewirbt. Lasse Gras darüber wachsen lautete das Motto, das im Frühjahr und Sommer 2017 eine konsequente Umsetzung erfuhr.
Man könnte meinen, dass die hier gezeigte fotografische Aufnahme der Kampagne einer Umweltpartei entspringt, die auf die perfekte Vereinbarkeit von Natur und Technik aufmerksam machen möchte. Nirgends wird das Konzept einer "grünen Stadt" besser visualisiert als hier, doch weder Green City noch Claudia Roth haben mit diesem Meisterwerk etwas zu tun.

Während der eilige Passant an derlei Objekten hastig vorbeischreitet, und sie lediglich in die Kategorie kurzfristig abgestellte Verkehrsmittel einordnet, bleibt der Kunstinteressierte unvermittelt stehen. Bei genauer Inaugenscheinnahme drängen sich die Begriffe Street Art, Natural Art und Lost Place Fotografie förmlich auf. Ja, verlorene Objekte an …

Worum es hier geht

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"Die Welt ist dabei, in Stücke zu fallen und Leute wie Adams und Weston fotografieren Felsen!" (Henri Cartier-Bresson)

Schöne und geschönte Fotos kann ich auch. Die gibt's woanders zu sehen, aber nicht mehr hier in diesem Blog. Hier schreibe ich in der absoluten "Egoperspektive" über Dinge, die mich interessieren, die mir auffallen, oder die mich beschäftigen. In einem größeren Kontext (über den Tellerrand schauen) handelt es sich vielleicht um Dinge, die auch für andere betrachtenswert sein könnten.

Wer hier nicht das findet, was er von "dieser Autorin" erwartet, kann in eines meiner anderen Paralleluniversen ausweichen: Fototipps gibt es im fotonanny-BlogNur Fotos,  null Text: im Projekte-Blog Alle anderen heiße ich herzlich willkommen.

Ein Kampf gegen Windmühlen (1)

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20 Bewohner, 30 Zeitungen abgelegt. Eine Zeitung wurde mitgenommen - nur der dünne, redaktionelle Teil.

29 x Altpapier redaktioneller Teil
30x Altpapier Werbebeilagen

Nur ein Hauseingang. Kleine Rechenaufgabe: Wieviel Tonnen Papier werden so in einer Stadt wie München jede Woche bewegt?

Ich bin immer noch sicher: das Geschäftskonzept lohnt sich.

Die Macht der Gewohnheit - Update 2

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Drei Wochen sind seit dem letzten Bild vergangen. Das Absperrband wurde wieder hochgezogen und das erste zarte Grün wächst auf dem Trampelpfad. Kompliment an die Baubehörde: Es war ein sehr geschickter Schachzug, diese Neubepflanzung genau in der Zeit zu machen, in der die kleine Brücke und der Tunnel am Auer Mühlbach komplett gesperrt waren. Drei Wochen Sackgasse haben dazu geführt, dass die Wege kaum noch von eiligen Passanten genutzt wurde. Seit gestern ist die Sperrung aufgehoben und ich bin sehr gespannt darauf, wie es weiter geht.

Kein Riese

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Ich glaube sie meinten "no rice" (kein Reis), aber ganz sicher bin ich mir nicht.
Was man in diesem Asia Markt aber IMMER bekommt, ist mindestens eine Plastiktüte, egal wieviel man kauft. Man braucht schon ein gewisses Standvermögen, um die Kassiererin daran zu hindern, den einzelnen Bund Koriander in Plastik zu versenken.
Auf das globale Plastikproblem angesprochen erklärte die - stets missmutige - Dame neulich im Laden: "Sagen Sie das den Politikern."

Tatsächlich ist es so, dass "sehr leichte Plastiktüten (dünner als 15 Mikrometer) – zum Beispiel für Obst und Gemüse" nicht unter die neue Tütenverordnung fallen, und deshalb auch weiterhin kostenlos ausgegeben werden dürfen. 
Ja, da stehen wir Ökos mit unseren mitgebrachten Ökobeuteln, gucken dumm aus der Wäsche und lernen, dass wir keine Chance haben, mit unserem lächerlichen Weltverbesserungsquatsch. Wir sind eben keine Riesen. Die Kenianer sind uns da einen Schritt voraus.

Nachtrag: Wie es um das Plas…

Die Macht der Gewohnheit - Update 1

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Die Macht der Gewohnheit

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Nein, das ist kein neuer Sportplatz. Oder vielleicht doch?

Es ist wahrscheinlich typisch deutsch, dass ich mir um solche Kleinigkeiten Gedanken mache, aber die typisch deutsche Gründlichkeit,  mit der sich die Stadt München einem Alltagsproblem widmet, fordert mich geradezu heraus. Außerdem beobachte ich gerne Menschen und Situationen, und versuche, mir einen Reim darauf zu machen. 
Die hier gezeigte Wiese mit Trampelpfad kenne ich nun schon seit über dreißig Jahren. Als ich letzte Woche meine übliche Abkürzung hangabwärts joggen wollte, waren fleißige Handwerker gerade dabei, einen Zaun zu errichten. Er reichte bis zur Laterne und ich wusste sofort, was sie vorhatten: Schluss mit Lustig, hier wird jetzt nicht mehr über die Wiese getrampelt. Jawoll, dachte ich, und bog demonstrativ hinter der Laterne links ab. Ja, manchmal kann ich richtig trotzig sein und dieses Gefühl ein paar Sekunden lang auskosten. Das ist kindisch, aber es vermittelt so ein wunderbares Gefühl von Macht. Jema…

Gelbe Seiten

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Die Reihe "1000 Meisterwerke der Digitalromantik 4.0" findet heute ihre Fortsetzung. Wir widmen uns dem Opus "Gelbe Seiten", das auf eine über hundertjährige Tradition zurückblicken kann. Im Frühsommer 2017 bildete es den Kern einer flächendeckenden Street-Art Installation, die in deutschen Großstädten wie München zeitweilig für Aufsehen sorgte. Zumeist waren die sonnengelben Türme in Hauseingängen oder auf Treppenstufen zu finden, doch es gab auch raffiniertere Interpretationen zu bestaunen. Dies ist eine davon.


















Wir stehen vor einer Skulptur, die dem Betrachter durch ihre freundliche Farbigkeit unmittelbar ins Auge springt. Dargeboten auf einem stahlgrauen Altar erkennen wir ein Arrangement von geheimnisvollen Büchern, die lose gestapelt von links nach rechts eine aufsteigend-optimistische Linie bilden.  Das Werk findet seinen Höhepunkt in einem einzeln aufgerichteten Objekt, einer in Plastikfolie verschweißten Ausgabe des preisgekrönten Meisterwerks Gelbe S…

Es tut sich was

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Dieses leckere und nette Dankeschön war heute früh in unserem privaten Briefkasten.

Was ist passiert?
Wir waren den Anblick der kostenlosen Wochenzeitungen leid, die im Treppenhaus in der Ecke landeten. Also haben wir unsere Nachbarn im Haus mit einem Aushang darüber aufgeklärt, wie sie diese unerwünschte Werbung loswerden können. Wir haben Aufkleber besorgt und kostenlos verteilt. Dabei stellte sich erwartungsgemäß heraus, dass 80% der HausbewohnerInnen die Zeitungen schon lange nicht mehr haben wollten.

Da wir schon bei den Zeitungsredaktionen per Mail Beschwerde eingelegt hatten, wurden diese Zeitungen nur noch in die Briefkästen mit den "falschen" Aufklebern gestopft. Inzwischen sind 80% der Briefkästen richtig beschriftet und wir bleiben dran. Sollten wieder Zeitschriften eingeworfen werden, gibt es sofort eine Meldung an die Redaktion und Verbraucherzentrale. Wir werden auch dranbleiben, dass die Zeitschriften stattdessen nicht vor dem Hauseingang oder auf der Treppe a…

Kunst to Go

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Heute möchte ich Ihnen ein Meisterwerk der Digitalromantik 4.0 nahebringen. In diesem sonnendurchfluteten Idyll aus dem Jahr 2017 sieht man erst auf den zweiten Blick, dass sich die Künstlerin mit dem Sujet "Zweirad" beschäftigt hat. Der zerschlissene Plastiksattel in der rechten Bildmitte springt nicht sofort ins Auge. Erst wenn der Betrachter den Lenker des pedalgetriebenen Fahrzeugs erspäht, wird deutlich, wo sich das leuchtendgrüne Hauptobjekt befindet: auf einem Gepäckträger.

Die angedeuteten Teile einer Efeuhecke am rechten Bildrand lassen ahnen, dass sich das oft als "Drahtesel" bezeichnete Transportmittel an einem Wegesrand befindet. Das Fehlen einer typischerweise mit Fahrradschutzhelm bekleideten Person legt nahe, dass dieses Zweirad zum Zeitpunkt der digitalen Fotoaufnahme nicht aktiv betrieben wurde. Vielmehr scheint das Objekt schon seit längerer Zeit auf die Rückkehr seines Eigentümers zu warten.

Es ist nicht bekannt, ob diese Person wegen eines länge…

Cat Content geht immer

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Entschuldigung: Cat Content ist ein englisches Wortkonstrukt. Beim Schreiben versuche ich unnötige Anglizismen zu vermeiden, Werbesprache und Marketingkampfbegriffe sind mir ein Graus. Trotzdem habe ich mich diesmal ganz bewusst dafür entschieden, von Cat Content zu sprechen. Damit sind Inhalte (content) gemeint, die sich um Katzen (cat) drehen, vornehmlich Videos und Fotos. In den sozialen Medien und auf Youtube gibt es davon jede Menge. Meistens sind es grottenschlechte Fotos und ebenso schlechte Videos, aber sobald eine Katze auf der Bildfläche erscheint, wird der Verstand ausgehebelt. Die sind ja sooooo süüüüß! Der Inhalt wird angeklickt, angeschaut, geteilt und der Gefällt-Mir-Knopf läuft heiß. Bei Katzen wird offensichtlich eine Art Kindchenschema aktiviert, auch bei mir.

Interessanterweise gibt es auch Dog Content, also Inhalte mit Hunden, aber es gibt keinen Horse Content (Pferde) und erst recht keinen Kid Kontent als Begriff. Man findet lediglich "Content for Kids".…

Schubladendenken

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"Gegen das Schubladendenken wehrt sich nur,
wer in keine Schublade passt." (Dr. House)

Schubladen sind etwas ausgesprochen Praktisches. Wenn man ordentlich ist, muss man nicht lange suchen. Man weiß man sofort, in welche Schublade man greifen muss, um das Besteck, die passenden Computerkabel, die Batterien oder Speicherkarten für die Kamera zu finden. Auch beim Denken helfen Schubladen: Das ist der Fotograf, das ist der Banker, das ist der Fachmann für...

Blöd ist, wenn man beim Einsortieren nicht genau hinschaut oder wenn man zuwenig Schubladen hat. Zu viele Schubladen wiederum sind auch nicht gut. Am Ende weiß man nicht mehr so genau, ob die Akkus oben links oder rechts in der Mitte sind. Dann braucht man entweder ein gutes Gedächtnis, eine gute Beschriftung oder viel Zeit zum Suchen.

Es gibt kleine, mittlere und große Schubladen, und es gibt immer Sachen, die nirgends so richtig reinpassen. Solche Dinge landen dann im Keller, oder man vergisst, wo man sie untergebracht ha…

Bitte klingeln Sie mal woanders!

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Die Packstation im Erdgeschoss - darüber hat die FAZ im Dezember 2015 berichtet und einen netten Beitrag in der Sendung quer des BR gab es ebenfalls zu diesem Thema. Beide journalistischen Beiträge enden mit dem Fazit, dass "die freundliche Oma von nebenan die Stütze der Paketgesellschaft bleibt" oder dass es wenigstens toll für das nachbarschaftliche Miteinander sei, wenn man sich gegenseitig hilft.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: ES NERVT TIERISCH, wenn es alle dreißig Minuten an der Tür klingelt!












An guten Tagen ist es nur DHL oder Amazon. An schlechten Tagen kommt morgens um neun die Postbotin, die eine übergroße Briefsendung nicht einfach im Hausflur platzieren möchte, um zehn Uhr klingeln fremde Leute, die dem Nachbarn etwas in den Briefkasten einwerfen möchten, und dann beginnt das große Schaulaufen sämtlicher Paketdienste, von A wie Amazon bis U wie UPS. Ab Donnerstag gesellen sich die Austräger kostenloser Wochenenzeitungen hinzu und zwischendurch klingeln…